Ralph Wallner  ...  Theater auf bayrisch  ...

 

Bodschamperlspuk

Der Dusterhof steht seit Jahrzehnten leer. Schließlich soll es dort spuken. Langfinger-Jockl und sein Sohn Abstauber-Bartl, arme Landstreicher und gerissenen Taschendiebe, nehmen den Hof dennoch als Übernachtungslager in Anspruch.

Dass zur gleichen Zeit Mina und Giggi, zwei Freundinnen aus dem nahegelegenen Dorf, dort eine Wunschzettel-Geisterbeschwörung planen, war natürlich nicht abzusehen. Aber in der Zeit der Rauhnächte sollen Wünsche, die man in einem magischen Gefäß deponiert, in Erfüllung gehen. Das umherstehende Bodschamperl, ein alter Nachttopf, kommt da gerade recht.

Giggi, die weder Schnupftabak noch Schnaps verabscheut, und Mina, die bei Bartl gehörigen Eindruck hinterlässt, veranstalten eine turbulente Wunschzettelaktion. Braumeister Beppo und die Sonnhoferin haben ihr jeweils eigenes Interesse am leerstehenden Dusterhof. Und der naive Tschacko und die verkopfte Dorflehrerin Adelheid Amsel kommen sich ungeplanterweise sehr nahe.

Langfinger-Jockl holt bald seine Vergangenheit ein, und Bartl muss erfahren, dass vieles in seinem Leben nicht ist, wie es scheint. Die Beziehung zwischen Vater und Sohn wird auf eine harte Prüfung gestellt.

Da muss der gute Geist vom Dusterhof etwas nachhelfen. Und den einen oder anderen Wunsch erfüllen.

Besetzung: 4 Damen, 4 Herren

Dekoration: verstaubte und gruselige Bauernstube am verlassenen Dusterhof

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Es gruselt auf der Bühne. Der längst verlassene Dusterhof mit seiner unheimlichen Atmosphäre ist der ideale Ort, um an Geister zu glauben, die in der Zeit der Rauhnächte Wünsche erfüllen können. Da nie ein Geist zu sehen ist, sind sich sowohl die Figuren auf der Bühne als auch der Zuschauer lange nicht sicher, ob es denn nun spukt oder nicht.

Neben der heiteren Wunschzettelaktion im Bodschamperl - der wunderbar bayrische Ausdruck für einen alten Nachttopf - fesselt einen das Schicksal der beiden Landstreicher und Taschendiebe, die sich im Dusterhof breitmachen. Das Verhältnis von Vater und Sohn gerät gewaltig durcheinander. Aber auch alle anderen Charaktere leisten ihren unterhaltsamen Beitrag zu dieser turbulenten, manchmal berührenden, immer wieder sehr lustigen und überraschenden Geschichte. Heiter, spannend und etwas gruselig.

Die kleinen Tricks, die den Spuk auf der Bühne sichtbar machen sollen, sind mit einfachen Mitteln herzustellen. Herunterfallende Gegenstände, eine zufallende Tür und Wind, der durch das Fenster weht, machen die Atmosphäre perfekt.

Sollte man den Titel abändern wollen, weil der Begriff Bodschamperl nicht geläufig ist, bitte unbedingt vorab beim Verlag und/oder Autor anfragen. Vielen Dank für das Verständnis.

Das Stück ist im Juni 2018 beim Wilhelm Köhler Verlag erschienen.

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